Endlich Entschleunigen (4): Die 5 schlimmsten Zeitfresser – und wie wir ihnen entkommen!

Endlich Entschleunigen: Tipps und Tricks zum Slow Down!

Hallo ihr Lieben!

Wie geht es euch mit der Entschleunigung? Konntet ihr die Tage schon etwas ruhiger starten? Zwischendurch Micro-Pausen machen? Auch mal Nichts-Tun?

Entschleunigung ist ein Thema, das einem am Herzen liegen und wichtig sein muss. Man muss es sich vor Augen halten, immer wieder daran erinnern und viel Üben, bis man ganz entschleunigt und achtsam durch den Tag gehen kann.

Was mir aber in letzter Zeit vermehrt aufgefallen ist, ist dass es ganz böse Zeitfresser gibt, die uns die wertvolle Zeit einfach stehlen. Und deshalb gibt es im heutigen Enschleunigungsbeitrag meine Top 5 Zeitfresser und Tipps, wie wir ihnen entkommen können!

  1. Nicht „Nein“ sagen können.

    Kennt ihr das auch? Eigentlich hat man genug um die Ohren, aber dann kommt Person X und fragt ob man nicht noch Ding Y machen könnte und schwupps, bleiben die eigenen Aufgaben liegen.

    Immer „Ja“ zu sagen und nie jemandem etwas abschlagen können liegt darin begründet, dass wir geliebt werden wollen. Jeder von uns. Und indem wir anderen keine Bitte abschlagen, stellen wir (im Unterbewusstsein) sicher, dass wir gemocht werden. Tatsächlich ist es aber so, dass es keinen Einfluss darauf hat, ob wir gemocht werden oder nicht.

    Diejenigen von uns, die schon gelernt haben, dass es keinen Unterschied macht, haben kein Problem damit „Nein“ zu sagen, für alle anderen ist es aber immens schwierig und kann mitunter ein Teilproblem des Burn Outs werden, denn wenn man sich ohnehin schon überfordert fühlt, ist noch mehr Arbeit sicher nicht hilfreich…

    Hier ein paar Tipps um das „Nein“ sagen zu lernen:

– Nehmt Bedenkzeit, bevor ihr antwortet. „Darf ich dir Morgen Bescheid geben?“ oder „Ich denke darüber nach und melde mich“.

Situationsanalyse: Macht euch klar, was es euch „kostet“ jetzt „Ja“ zu sagen. Für den Kollegen die eine oder andere Aufgabe übernehmen? Dafür kommt ihr zu spät zum Mädls-Abend. Noch schnell einen Kuchen backen fürs Kindergartenfest/Kaffekränzchen? Dafür habt ihr dann vielleicht keine Zeit für Sport, was dem Körper aber eigentlich gut tun würde. Aber wenn man vor Augen hat, was es reell „kostet“ diese oder jene Aufgabe noch zu übernehmen, dann fällt es einem auch leichter „Nein“ zu sagen.

Sanft „Nein“ sagen lernen. Viele Menschen haben Angst, ihre Freunde, Arbeitskollegen oder Familie vor den Kopf zu stoßen oder zu verletzten, wenn man „Nein“ sagt. Ein „sanftes Nein“, kann hier die Lösung sein. Dazu muss man dem Gegenüber einfach verständlich machen wieso man „Nein“ sagt, das macht es dem Anderen leichter es anzunehmen. Zum Beispiel: „Oh normalerweise gerne, aber diesmal fehlt mir einfach die Zeit dafür“ oder „Danke, dass du an mich gedacht hast. Diesmal geht es leider nicht, aber das nächste Mal passt es bestimmt wieder“.


2. Fehlende Prioritäten.
Ein weiterer großer Zeitfresser sind fehlende Prioritäten. Wenn man unsicher ist, was man zuerst tun sollte, fängt man einfach irgendwo an. Dies ist aber nicht unbedingt Zielführend.

– Ich persönlich mache mir in sehr arbeitsintensiven Zeiten gerne eine „Eisenhower-Matrix„. Klingt schwierig? Ist es aber nicht.

Ihr zeichnet euch dazu einfach eine X-Achse und eine Y-Achse. Die X-Achse ist die Dringlichkeit, die Y-Achse die Wichtigkeit. Und nun werden einfach alle ToDo’s auf eurer Liste dementsprechend eingetragen. Die Punkte, die gleichzeitig am Wichtigsten UND am Dringendsten sind, werden zuerst abgearbeitet.
Punkte, die weder Wichtig noch Dringend sind, bekommen eine ganz niedrige Priorität und können erledigt werden, wenn Zeit dazu bleibt.

Hier habe ich euch eine Beispiel Matrix gezeichnet:

Eisenhower Matrix Beispiel

Beispiel einer Eisenhower Matrix

– Was auch gut funktioniert, ist die „25.000 Dollar“-Methode.
Hier wird die Liste selbst priorisiert und nach jeder erledigten Aufgabe überprüft, ob die Prioritäten noch stimmen. Eine tolle Erklärung (auch wie es zu dem Namen kam) findet ihr auf Zeitblüten.


3. Ablenkungen

Ablenkungen wie zum Beispiel Social Media ist definitiv einer der größten Zeitfresser für mich persönlich. „Nur schnell“ was nachschauen auf Facebook & Co klappt bei mir gar nicht und ich komme vom Hundertsten ins Tausendste.

Hierzu gibt es nur einen relativ radikalen Tipp:

– Social Media Kanäle nur bedienen, wenn man auch tatsächlich Zeit dazu hat.

Hm, daran muss ich sicher noch Arbeiten.

Was auch zum Thema Ablenkung gehört ist im (Berufs-)Alltag der nette Kollege oder die liebe Nachbarin die jetzt furchtbar viel Zeit zum Tratschen haben. Man selbst hat die aber gerade nicht. Der Tipp hierzu lautet:

– Freundlich aber bestimmt sagen, dass man gerne Tratschen würde, aber gerade gar keine Zeit dafür hat. Und eine Alternative anbieten „In der Mittagspause/Am Nachmittag sollte ich aber besser Luft haben und dann musst du mir alles über XYZ erzählen“.


 4. Der Versuch zu Viel auf Einmal zu tun.

Viele Leute versuchen möglichst viel auf Einmal zu tun, wenn viele Dinge erledigt werden müssen. Funktioniert nur nicht, weil dann alle Dinge angefangen, aber nichts fertig gemacht wird. Hierbei helfen die Priorisierungs-Methoden, die ich oben angesprochen habe. Einfach mal ruhig durchatmen, sich 5 Minuten Zeit nehmen und überlegen, wo die Prioritäten wirklich liegen. Hierzu gibt es eine tolle Geschichte:

Max und Hans hacken beide Holz. Während Max den ganzen Tag durcharbeitet und am Abend einen beachtlichen Stoß Holz vorweisen kann, macht Hans nach 50 Minuten immer 10 Minuten Pause.

Erstaunlicherweise hat Hans am Abend mehr Holz gehackt als Max.

Als Max Hans dann fragt, wie so etwas denn möglich sei, antwortet Hans: In den 10 Minuten Pause habe ich mich nicht ausgeruht, sondern meine Axt geschärft und somit war es mir möglich, mehr Holz zu hacken als du.

Ok, die Geschichte hab ich euch jetzt in Kurzform erzählt, aber ihr wisst worauf ich hinaus möchte, oder? Seid wie Hans und nutzt die 10 Minuten Pause zum schärfen eurer Axt – macht euch eine Prioritäten-Liste und überlegt was wichtig ist und was euch tatsächlich weiter bringt.


 5. Fehlende Organisation.

Der letzte Punkt auf der Liste betrifft mich persönlich nicht so, laut Statistiken aber viele andere Menschen: Durch fehlende Organisation verliert man Zeit, weil man ständig irgendetwas Suchen muss.

Wie man was am Besten organisiert, ist ein ganz eignes Thema, bei wem dieser Punkt aber einer der Hauptzeitfresser ist, sollte mal genauer hinschauen, in welchen Bereichen genau das der Fall ist und was man dagegen machen kann.


Wer seine Zeitfresser kennt, der kann bewusst dagegen ankämpfen und sich so wertvolle Lebenszeit holen. Aber was ist, wenn jemand gar nicht weiss, was seine persönlichen Zeitfresser sind?

Hierzu empfiehlt es sich dann einige Tage ein „Zeitprotokoll“ zu schreiben, also einfach ein paar Tage lang mitzuschreiben was man denn den ganzen lieben langen Tag so macht und wie lange es dauert. So sieht man dann relativ einfach, wo sich die „Zeitfresser“ verstecken und kann dagegen ankämpfen.

Und wie immer gibt es in der Entschleunigungsreihe noch eine kleine Aufgabe für euch:

Ätherische Öle zur Entspannung
An solchen Tagen, an denen man keine Zeit zum Durchatmen hat, sollte man genau das tun: Ein paar Atemzüge lang tief durchatmen. Um den entspannenden Effekt zu verstärken, gibt es verschiedene ätherische Öle, die dabei helfen können. Und wer schnell was bei der Hand haben möchte, der bereitet sich einfach im Voraus meinen DIY Entspannungsbalsam vor und genießt in stressigen Momenten ein paar tiefe Atemzüge mit dem Balsam auf den Handgelenken…

Was sind denn eure Zeitfresser? Und was macht ihr dagegen? Habt ihr noch besondere Tipps?

Wer die gesamte Reihe nochmals nachlesen möchte, hier sind die Links zu den einzelnen Teilen:

Endlich Entschleunigen 1: Tipps und Tricks zum Slow-Down
Endlich Entschleunigen 2: Vom Start in den Tag und kleinen Pausen
Endlich Entschleunigen 3: Wie uns das süße Nichts-Tun hilft

Alles Liebe und viel Entspannung,
Jules

14 Comments on “Endlich Entschleunigen (4): Die 5 schlimmsten Zeitfresser – und wie wir ihnen entkommen!”

  1. Ich konnte bei nahezu allem nicken. Das sanfte Nein-Sagen funktioniert schon sehr gut. Gerade aber im Volontariat bzw. zu Berufsbeginn war es schwer, nein zu sagen, da ein „Nein“ häufig leider als Schwäche/ Überlastung ausgelegt wird. Dein Beitrag ist wirklich toll geschrieben und ich hoffe, dass er viel gelesen und vor allem beherzigt wird. Ich persönlich hoffe, dass ich mich nicht täusche, und wir an einem Wendepunkt stehen. Irgendwann kommen hoffentlich alle zu der Erkenntnis, dass es nicht nur ungesund, sondern auch nicht zielführend ist, sich vollständig zu verheizen und „alles“ zu geben. Deklariertes Ziel: Von einer Leistungs- zu einer Entspannungsgesellschaft. Das wäre schön 🙂

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    • Liebe Jenny, das mit dem Nein sagen fällt mir auch total schwer, aber es hilft klein anzufangen, bei einem ’nein‘ das dir nicht sooo schwer fällt und dann heißt es üben üben üben! 😄 irgendwann können wir das auch, ganz bestimmt! 😊

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  2. Also irgendwie merke ich immer bei einem neuen Entschleunigungs-Beitrag von dir, wie „un“entschleunigt“ ich eigentlich bin! Dann nehme ich es mir wieder fest vor mehr auf mich zu achten und lande anschließend doch wieder im Hamsterrad und hetze, hetze, hetze. Ich denke, das „Nein“-sagen klappt schon ganz gut! Aber die Sache mit den Prioritäten, die bricht mir immer wieder das Genick, 😉! Und ablenken lass ich mich auch allzu gerne bzw. werde von den Mäusen völlig aus dem Trott gebracht. Oh Mensch, dass ist wirklich gar nicht so einfach mit der Entschleunigung, aber ich probier es weiter! Ehrlich! 😊

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    • Liebe Syvli, es ist nicht einfach und es geht mal leichter und mal schwerer. Aber ich denke, dass wir alle, wenn wir aktiv versuchen zu entschleunigen, irgendwann an dem Punkt sind, an dem es sich automatisiert hat, wo es ohne Anstrengungen von selbst geht… Und ich hoffe es ist bald soweit! 😄

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